
Arsen im Trinkwasser — selten, aber ernst
Arsen im Trinkwasser — selten, aber ernst

Arsen im Trinkwasser — selten, aber ernst
Lesezeit: ca. 4 Minuten · Stand: 1. Mai 2026
Arsen-Belastungen im Trinkwasser sind in Deutschland selten — aber wenn sie auftreten, sind sie ernst. Vor allem geologisch bedingt in einzelnen Regionen oder bei Brunnenwasser.
- Quelle in DE meist geologisch: arsenhaltiges Gestein → Grundwasser
- Grenzwert TrinkwV: 0,01 mg/l (10 μg/l) — sehr streng
- Stadtwasser: praktisch immer unter Grenzwert (Wasserwerke filtern proaktiv)
- Risiko bei Brunnenwasser in bestimmten Regionen — vor allem ohne regelmäßige Prüfung
- Filterbar mit Umkehrosmose oder Spezial-Adsorber (Eisenhydroxid, Aktivtonerde)
Wo Arsen im Wasser herkommt

Anders als Blei oder Kupfer kommt Arsen meist nicht aus den Leitungen, sondern aus dem Boden:

- Geologisch arsenreiche Regionen (vereinzelt in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, östliche Tieflagen)
- Bergbauregionen mit historischer Belastung (Erzgebirge, Harz, Schwarzwald)
- Industriestandorte mit historischer Verwendung (z.B. Holzschutzmittel, Glasherstellung)
- Eigene Brunnen in betroffenen Gebieten
Stadtwasser ist nahezu immer sicher — die Wasserwerke filtern Arsen sehr zuverlässig heraus, weil die Grenzwerte so streng sind.
Die gesundheitlichen Risiken
Weitere Effekte:
– Hautveränderungen (Pigmentstörungen, Hautverdickungen)
– Neurologische Symptome
– Herz-Kreislauf-Schäden
– Erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2
Wer prüfen sollte
- Brunnen- oder Quellwasser-Nutzer in geologisch belasteten Regionen
- Bewohner von Bergbaugebieten (auch wenn der Bergbau lange beendet ist)
- Bei sichtbar gefärbtem Wasser (rötlich-bräunlich kann auf Eisen + ggf. Arsen hinweisen)
- Bei chronischen, unklaren Hautproblemen in einer Familie
Wassertest beim Labor: ~30–60 €. Wer einmal eindeutig unter Grenzwert liegt, muss nicht jährlich neu testen — alle 3–5 Jahre reicht meistens.
Wie ihr Arsen entfernt
Umkehrosmose
- Entfernt 90–98 % Arsen (Form-abhängig)
- Allround-Lösung
- Investition ~500–1.500 €
Spezial-Adsorber (Eisenhydroxid-basiert)
- Sehr hohe Effizienz, gezielt für Arsen
- Verwendet in Brunnenwasser-Aufbereitung
- Investition für Hausanlage ~1.500–3.000 €
Aktivtonerde (Activated Alumina)
- Wirkt für 5-wertiges Arsen sehr gut
- Für 3-wertiges Arsen vorher Oxidation nötig
- Eher in industriellen Anwendungen
Was nicht hilft
- Standard-Aktivkohle (kaum Wirkung)
- Sedimentfilter (Arsen ist gelöst)
- UV-Behandlung
Praxis-Beispiel
Familie mit eigenem Brunnen im südlichen Bayern. Wassertest ergab 18 μg/l Arsen — über Grenzwert. Lösung: Spezial-Adsorber-Anlage am Brunnen-Ausgang (2.400 €). Nach Installation: <5 μg/l. Test wird alle 2 Jahre wiederholt.
Fazit
Arsen ist in Deutschland kein Massenproblem, aber in bestimmten Regionen ernst zu nehmen — vor allem bei Brunnenwasser. Stadtwasser ist nahezu immer sicher. Wer in einem Risikogebiet lebt oder eigenes Wasser nutzt: Wassertest machen lassen, bei Auffälligkeiten gezielt filtern.
Geologie & geographische Verteilung
Arsen ist in der Erdkruste natürlich vorhanden — vor allem in Bergbauregionen, vulkanischem Gestein und bestimmten Sediment-Schichten. Weltweit am stärksten betroffen: Bangladesch, Westbengalen, Vietnam, Argentinien und Teile Chiles, wo Brunnenwasser teilweise 10-50 mal über dem WHO-Grenzwert liegt.
In Deutschland sind die Risiko-Regionen begrenzt: Erzgebirge, Harz, Schwarzwald und einzelne Tagesbau-Regionen in Sachsen-Anhalt. Die Wasserwerke testen regelmäßig — Stadtwasser ist praktisch immer unter Grenzwert. Brunnenwasser-Nutzer in diesen Regionen sollten alle 2-3 Jahre testen lassen.
Filtertechnisch ist Arsen schwierig: Standard-Aktivkohle bringt nur 30-50 % Reduktion. Spezial-Adsorber auf Eisenhydroxid-Basis (wie das Bayoxide E33) schaffen 95 %+. Umkehrosmose ist mit 90-98 % zuverlässig. Wichtig: 5-wertiges Arsen filtert sich besser als 3-wertiges — manche Anlagen brauchen einen Vor-Oxidator.
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